Tipps Bereifung

 

 

Wissenswertes über Motorradbereifung

LUFTDRUCK
Die meisten Reifenschäden werden durch falschen Luftdruck verursacht oder verschlimmert.
Außerdem beeinflusst der Luftdruck das Fahrverhalten des Motorrades wesentlich. Der Luftdruck ist vom Fahrzeughersteller vorgeschrieben und ist im Fahrerhandbuch und am Motorrad (Sitzbank, Schwinge) zu finden. Der Luftdruck ist vor der Fahrt am kalten Reifen einzustellen. Der durch den Fahrbetrieb bedingte Luftdruckanstieg (durch Erwärmung) darf nicht reduziert werden. Luftdruck einmal pro Woche kontrollieren. Der Luftdruck bei Soziusbetrieb ist in  der Regel um 0,2 bar am Hinterrad, bei Autobahneinsatz an beiden Rädern um 0,2 bar höher als der angegebene Luftdruck für Solobetrieb. Zu geringer Luftdruck bedeutet übermäßige Erwärmung des Reifens, die zur Schäden führen kann. Zu hoher Luftdruck verschlechtert das Fahrverhalten, den Fahrkomfort und verändert das Abriebbild.

TRAGFÄHIGKEIT UND GESCHWINDIGKEIT
Die Reifentragfähigkeit und die Höchstgeschwindigkeit sind in der Reifenkennung festgelegt. Die zulässigen Achslasten dürfen auf keinen Fall überschritten werden. Dies ist besonders zu  beachten, wenn z.B. bei Urlaubsfahrten - Tankrucksack, Packtaschen, Koffer- mehr Gepäck als üblich mitgeführt wird.
Die V-Max des Reifens wird durch den Geschwindigkeits-Kennbuchstaben festgeschrieben.

PROFILTIEFE
Laut Straßenverkehrszulassungsordnung  beträgt die Mindestprofiltiefe bei Motorradreifen 1,6 mm, bei Kleinkraft- und Leichtkrafträdern 1 mm. Empfehlung: Nie unter 2 mm.

FREIRÄUME
Die Bauart der Bereifung wird nach eingehenden Tests von Motorrad- und Reifenherstellung festgelegt.
Nach einer Änderung der StVZO §36 ab 1.1.94 ist eine "Mischbereifung" bei Motorrädern grundsätzlich erlaubt. Somit ist auch die Montage von MBS-Radial und Steel Radialreifen  auch in der Kombination mit Diagonal- oder Diagonalgürtelreifen technisch möglich. Eine Montage darf jedoch nur mit einer entsprechenden Freigabe erfolgen.

MOTORRADREIFEN AUF PRÜFSTÄNDEN
Leistungs- und Bremsprüfstände stellen für die Reifen eine Extrembelastung dar. Bei der Durchführung können sichtbare und versteckte Reifenschäden entstehen, die unter Umständen erst viel später zum plötzlich Ausfall führen können. Daher dürfen Motorradreifen, die auf Leistungsprüfständen benutzt wurden, im späteren Fahrbetrieb nicht mehr verwendet werden.

REIFENREPARATUREN
Beschädigungen an einem Reifen müssen grundsätzlich von einem Fachmann überprüft werden. Von Reifenreparaturen raten wir aus Sicherheitsgründen ab. Die auf dem Markt erhältlichen Pannenhilfen sind nur als Notbehelfe anzusehen. Bei der Verwendung sind die Anweisungen des Reparaturmittel-Herstellers zu beachten. Das Einlegen eines Luftschlauches zum Abdichten eines beschädigten Reifens ist verboten.

NACHSCHNEIDEN
Motorradreifen dürfen nicht nachgeschnitten werden. 

EINFAHREN DER REIFEN
Die Vulkanisation der Reifen erfolgt in einer Stahlform. Die Oberfläche der Neureifen ist deshalb sehr glatt. Erst durch das Aufrauen der Lauffläche während der Einfahrzeit - auch im Schulterbereich notwendig - erreicht der Reifen seine volle Haftfähigkeit. Einfahrzeit = ca. 200 km bei gemäßigter Fahrweise.